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Kindergarten in Marmoutier

AW n°213 - MARS 2008 – KINDERGÄRTEN UND JUGENDHÄUSER
Texte Deutsch/Englisch 72 Seiten, zahlreiche Abbildungen in Farbe und Schwarzweiß 22,5 x 28,5 cm, kartoniert 19,50 € [D] Preis inkl. der gesetzlichen Mehrwertsteuer ISBN 978-3-7828-3213-7

article sur l'école maternelle à Marmoutier

The project was the object of a very particular step regarding the question of the high environmental quality Located 80 meters from the famous abbey of Marmoutier, the nursery school posts a respectful image on its environment - a pure square of 36 meters aside in an exceptional landscaped environment. The writing of the building is contemporary but without ostentation. Its geometrical simplicity is an architectural choice. The surroundings of the nursery school are based on natural materials. The fences for example consist of dried willow branches and grounds are in fine sand. There the architects added a plantation of fruit trees which join the continuity of the gardens landscapes. Although hidden in this beautiful and calm environment, the nursery school is a very successful tool in the field of the thermic. Everything was made to optimize the comfort and the energy costs. The architects have created a »canadian well« which will allow to save on the consumption of heating (heat consumption = 42 kWh/m2 per year). The »canadian well« consists of passing a proportion of fresh air through pipes buried in the ground, before it enters the house. The principle is to make passive use of geothermal energy. By this blowing system, it will allow to refresh spaces during the heat peaks, in the middle of the nursery school, a basin recovers rainwater: this system makes it possible to reduce and differ the quantity of water rejected into the public network. The architects made an internal patio, a kind of energy sensor. Its big prate glass windows on the south will be used to redistribute heat in the space or the hall. AIl the five classrooms benefit of two orientations which will allow, besides the lighting comfort, to ventilate naturally the rooms by drafting effect. The lighting is connected on a cell which measures exactly the quantity of necessary liqht. There wiII be no superfluous energy consumption. On one hand the project plays with the stability of the square form, and on the ether hand with the superposition of elements that contradict its geometry. The folds, the surfaces, the lines deform the space to give it its quality. But probably the most important aspect are the spaces existing in this project. They will be varied, playful, and especially the children could appreciate the spatial scale that has been given to this building. Most of the walls are in concrete. The main beams of the roof are in steel and the others beams are in wood (about 70 percent). Air the floor are in coloured concrete (with four differents colours).

Bei diesem Projekt spielte die Frage nach dem Einfügen in das unmittelbare Umfeld eine übergeordnete Rolle. Der Kindergarten wurde nur rund 80 Meter von der berühmten Abtei von Marmoutier aus dem 11. Jahrhundert entfernt errichtet und antwortet respektvoll auf seine auβergewöhnliche, landschaftlich reizvolle Umgebung. Der Neubau entstand auf einer quadratischen Grundfläche von 36 Metern Seitenlänqe; sein architektonisches Erscheinungsbild ist zeitgenössisch, kommt aber ohne besonderen Prunk aus. Im baulichen Umfeld des Kindergartens überwiegen natürliche Materialien - die Zäune bestehen beispielsweise aus getrockenten Heidekrautballen, die Böden aus feinem Sand. Die Architekten haben auf der Freifläche des Kindergartens die Neuanpflanzung von ein paar Obstbäumen eingeplant und setzen damit die Gartenlandschaft der Umgebung auf dem Grundstück fort. Auch wenn sich der kindergarten in dieser schönen und ruhigen Umwelt fast schon versteckt, verfügt er über optimale energetische Eigenschaften - alles wurde daran gesetzt, um die thermische Behaglichkeit des Neubaus zu optimieren und die Energienkosten zu senken. Die Architekten planten beim Neubau einen so genannten »kanadischen Brunnen« ein. Dieser stellt ein kontrolliertes Ventilationssystem aus einem Netz aus unterirdisch laufenden Rohren dar, welche die Raumluft temperieren und dafür sorgen, dass jahreszeitenbedingte Temperaturschwankungen ausgeglichen werden und damit Heizenergie gespart werden kann. Der jährliche Heizwärmebedarf des Gebäudes konnte auf so 42 kWh/m2 begrenzt werden - es handelt sich also um ein Niedrigenergiegebäude. lm Zentrum des Kindergartens gibt es ein Regenwassersamelbecken, das es ermöglicht, die Menge des Wassers, das ins öffentliche Netz abgegeben wird, zu kontrollieren. Zudem planten die Architekten einen kleinen Innenhof ein, der als eine Art »Energie-Sensor« funktioniert. Groβe Glasscheiben im Süden des Hofs dienen dazu, Wärme gleichmäβig in der Halle zu verteilen. Alle fünf Klassenzimmer haben jeweils zwei in unterschiedliche Richtungen orientierte "Auβenwande«, was nicht nur einer besseren Belichtung dient sondern auch eine Querlüftung der Räume ermöglicht. Die Lichtstärke im Inneren wird kontinuierlich gemessen und reguliert, so dass Energie nicht unnötig verbraucht wird. Der Entwurf spielt einerseits mit der Unveränderlichkeit der quadratischen Form, andererseits aber auch mit der Überlagerung von verschiedenen Elementen, die der strenger Geometrie widersprechen. Die Faltungen, die Oberflächen und die Linienführung verformen das äuβere Erscheinungsbild des Gebäudes und verleihen ihm so eine besondere architektonische Qualität. Wahrscheinlich noch wichtiger sind aber die Auswirkungen auf die Innenräume des Gebäudes. Diese werden spielerisch variiert und besonders die Kinder schätzen die so entstandene räumliche Vielfalt. Die Wände sind hauptsächlich aus Beton, die tragenden Dachbalken aus Stahl und die anderen aus Holz (ungefähr 70 Prozent). Sämtliche Böden wurden in farbigem Beton (mit vierverschiedenen Farbtönen) hergestellt.